Stella

 

15 Jahre alt

 

Stella und ihr Bruder wuchsen bei der Mutter auf. Stella berichtet, dass sie im Alter von 12 Jahren das erste Mal von ihrer Mutter und später auch von ihrem Bruder körperlich misshandelt wurde. Mit 13 Jahren fing sie an zu arbeiten, um dabei zu helfen ihre Familie zu versorgen. Mit 14 Jahren lernte sie bei der Arbeit eine Frau kennen, die sie fragte, ob sie bei ihnen wohnen und im Haushalt helfen könnte. Sie brach ihre Schullaufbahn ab und zog bei der Familie ein. Dort wurde sie von der Familie manipuliert, indem ihr gesagt wurde, dass sie ihnen Geld für Kost und Logie schulde. Um die Schulden zu begleichen drängten sie sie dazu mit „ausländischen Freunden“ auszugehen, die sie dann wiederum sogenannten „Kunden“ vorstellen würden, bei denen sie viel Geld verdienen könnte.

Im Oktober 2019 lernte sie den ersten ausländischen „Kunden“ kennen, der sie in Kenntnis ihrer Minderjährigkeit sexuell missbrauchte und ihr 5000 Philippinische Pesos Schweigegeld gab. Nach diesem ersten Vorfall wurde sie noch weitere Male an ausländische Sextouristen aus Deutschland, Österreich und der USA weiterverkauft und infolgedessen mehrfach sexuell missbraucht.

Im November 2020 wurden die Sozialarbeitenden der Preda-Stiftung darauf aufmerksam, dass Stella in ein Resort gebracht wurde, von dem aus sie weiterverkauft werden sollte. Sie erarbeiteten zusammen mit der örtlichen Polizei und dem philippinischen Bureau of Investigation (NBI) einen Rettungsplan. Als sie das Resort stürmten, entdeckten sie, dass neben Stella noch weitere 19 Mädchen dort festgehalten wurden, vier davon minderjährig und 15 junge Frauen im Alter von 18 bis 22 Jahren. Die drei Menschenhändler wurden verhaftet und  die Mädchen und jungen Frauen in die Obhut des Preda Victoria Mädchenheimes gebracht. Sie haben sich in der Gemeinschaft eingelebt und lernen nun, dass sie eine Chance haben sich zu erholen, zu lernen und zur Therapie zu gehen, um ihr traumatisches Leben zu verarbeiten, in dem sie missbraucht, vergewaltigt und verkauft wurden. Nun können sie ein gutes Leben führen, ohne ein lebenslanges Dasein als Sexarbeiter und Opfer von Menschenhandel zu fürchten.

Der aktuelle Entwicklungsbericht ist hier verlinkt